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King Controller: Scuf ähnlich und günstig?

Mit King Controller mischt auch ein deutsches Unternehmen unter den Scuf ähnlichen Controller Veredlern für PlayStation 4 und Xbox One mit. Der Hersteller, der sich selbst an die Spitze der Controller-Monarchie setzt, hat seinen Namen vermutlich einem der Geschäftsführer namens Jan Koenig zu verdanken. Nichtsdestotrotz setzt man mit dem königlichen Titel ein Zeichen. Understatement klingt definitiv anders. Also dürfen wir von der Hardware-Schmiede nicht nur eine königliche Preisgestaltung, sondern auch entsprechende Qualität verlangen. Welchen weg man in der ca. 3.600 Menschen großen niedersächsischen Gemeinde Hollenstedt geht, haben wir für euch erforscht. King Controller ist, ähnlich wie Burn Controller, definitiv den Herausforderern und SCUF Alternativen zuzuordnen. Aktuell sieht man jedoch gegen den Platzhirsch SCUF Controller kein Land. Woran könnte das liegen? Hat der heimische Hersteller vielleicht sogar das Zeug dazu auch internationale Märkte aufzumischen? Wir haben uns selbst zu Prüfern des Hofstaates ernannt und dem Adel auf den Zahn gefühlt.

King Controller mit LEd-Thumbsticks

King Controller PS4 mit LED-Thumbsticks © King Controller

Hat der King Controller mehr als ein edles Gewand?

King Controller gibt auf der Startseite den ersten Hinweis, welchen Fokus man bei der Controller-Konfiguration legt. Die Seite titelt in großen Lettern „Gestalte dir deinen Controller“. Die individuelle Gestaltung scheint genau wie beim Burn Controller im Mittelpunkt zu stehen. Scuf Gaming wirbt zum Vergleich direkt auf der Startseite mit seinen eSport-Errungenschaften. Wir können also gespannt sein, ob sich dieser Eindruck auch im Konfigurations-Prozess verfestigt. So haben wie die Wahl uns für einen PS4 King Controller oder für einen King Controller für Xbox One zu entscheiden. Exemplarisch versuchen wir uns am PlayStation 4-Controller.

Nur bei genauer Beobachtung der Modifikationen lassen sich Umfang und Preisgestaltung bewerten. Wir starten mit einem Preis von 100 Euro für einen Standard-Controller in schwarz. Den ersten Aufpreis gibt es für eine weiße optionale Rückseite, die sich je nach weiterem Design empfiehlt. Der Aufpreis von drei Euro ist zu verschmerzen. Die Rückseite hat dabei nur optischen Einfluss. Für ein farbiges Case zahlt ihr fünf bis 16 Euro zusätzlich. Wir wählen das Stickerbomb-Case, das wir bereits auf der Startseite gesehen haben.

King Controller – Da leuchten nicht nur die Augen

Unser King Controller hat jedoch noch lange nicht die Krone aufgesetzt bekommen. Das 16 Euro teure Case und die drei Euro teure Rückseite ergänzen sich zwar prächtig, aber bislang sind unsere Veränderungen rein optischer Natur. Schreiten wir also weiter zu den Thumbsticks. Was die Form angeht, haben wir die Wahl zwischen PS4, PS3 und Xbox One-Sticks. Ein Thumbstick kostet von drei bis zu 15 Euro. Zunächst erscheint das Gefälle für verschiedene Farben ziemlich unverständlich und der Preis recht hoch? Da habt ihr recht. Doch erstens habt ihr verschiedenste Farben zur Auswahl. Zweitens könnt ihr euch für LED-Thumbsticks entscheiden. Nein, ihr habt euch nicht verlesen. Auf Wunsch leuchten eure Thumbsticks grün oder blau. Dadurch habt ihr zwar im Spiel keine Vorteile, könnt aber unter euren Freunden ein leuchtendes Beispiel für Kreativität sein. Weiter geht’s mit den Aktions-Buttons, die entweder nur gefärbt werden oder die schicke Optik von Patronen-Rückseiten bekommen.

Kommt mit King Controller jetzt die technische Innovation?

King Controller für PS4 und Xbox One lässt euch nun noch Steuerkreuz und Option-Buttons nach euren Vorlieben einfärben. So sind wir durch optische Ergänzungen bei 132,43 Euro. Die ungeraden Preise fordern ihren Tribut. Nun können Pro-Gaming Innovationen folgen. Wenngleich Paddles mittlerweile zum Pro-Gaming-Standard gehören, haben wir zumindest die Wahl aus zwei jeweils rund 30 Euro teuren Variationen aus Alu oder Kunststoff. Standardmäßig bei PS4 mit X und O belegt, gehören sie zum absoluten Must-have modifizierter Controller. Selbst gegen Aufpreis kann man die Paddels nicht anders belegen. Gut, dass man im Hauptmenü der PS4 softwarebedingt zumindest X und O frei belegen kann.

Zwar sieht unser Controller jetzt sehr gut aus, bringt aber bis auf Standard-Paddles nichts mit, was uns im Duell mit anderen Gamern zu Gute kommen würde. Selbst der Burn Controller, der bei uns den Titel Pro-Gamer-Controller aberkannt bekommen hat, hatte mit Grip und eigener D-Pad-Lösung noch mehr zu bieten. Immerhin verzichtet ihr für drei Euro auf die Rumble-Funktion.

King Controller – Der Controller als Status-Objekt

King Controller sind aufgrund Unternehmens-Strategie als Status-Objekte zu betrachten. Das ist das Ergebnis, wenn man den Fokus hauptsächlich auf die Erscheinung des Spielgerätes legt. Wollt ihr also einen Controller, der optisch etwas her macht, mit LED-Thumbsticks aus der Menge hervorleuchtet und eventuell sogar euren Namen trägt, dann könnte der King Controller etwas für euch sein. Überlegt ihr jedoch in den eSport einzusteigen, erhaltet ihr bis auf Standard-Paddles nichts, was euch gegenüber des Standard-Controllers einen Vorteil verschafft. Etwas Besonderes sind ohne Frage die Aktions-Buttons, die auf Wunsch die Form von Patronen haben. Auch einige Designs wissen durchaus zu überzeugen. Spannend kann der King Controller auch für Influencer-Fans von Youtube und Twitch sein. Denn hier zeigt sich, dass das Unternehmen eher Partnerschaften im Community- als im eSport-Bereich macht. So können sich Fans mit ihren Idolen identifizieren und beispielsweise Controller im passenden Design von MontanaBlack, Kevinho90, Proownez und Solution erhalten.

Wollt ihr also euer Geld genau für diese Besonderheiten bzw. für dieses Status-Symbol investieren, habt ihr unseren Segen. Vergesst aber nicht, dass ihr im Vergleich zum Standard-Gamepad von King Controller nur die gesetzliche Gewährleistung von 6 Monaten erhaltet. Sony gewährt im Vergleich hierzu zwei Jahre Hersteller-Garantie, die bei Modifikation aufgrund des Öffnen des Controllers verfällt.

King Controller – Der Controller als eSport-Unterstützung

Was beim King Controller fehlt, um ihn zum Pro-Gaming-Controller zu machen? Wir wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen. Alle Punkte an denen sich Razer, Nacon, Microsoft und natürlich SCUF Gaming Gedanken gemacht haben, ignoriert die deutsche Gamepad-Schmiede komplett. So fehlt es dem King Controller an einer eigenen D-Pad-Lösung, die zum Beispiel Fighting-Games erleichtert. Überarbeitete Trigger mit verkürzten Wegen für Shooter sind ebenso eine Fehlanzeige. Möglichkeiten für mehr Grip an der Controller-Schale wird man ebenfalls nicht finden. Letztlich sind allein die Paddles mit an Bord, die wirklich die unterste Grenze an Features darstellen, die ein modded Profi-Controller heutzutage haben muss, um irgendwie einen erhöhten Preis rechtfertigen zu können.

Für einfache Paddles werden jedoch die wenigsten die Garantie ihres DualShock 4 Controllers aufs Spiel setzen, wenn es da bessere Alternativen gibt. Zusammengefasst gibt es sowohl für Xbox One als auch für die PlayStation 4 Controller, die ihren Job als Pro-Gamer-Controller besser machen und zum großen Teil sogar günstiger sind als der King Controller. Ein Nacon Revolution kostet beispielsweise rund 109 Euro und den Xbox One Elite Controller von Microsoft erhält man schon für rund 130 Euro. Dafür mangelt es diesen eben am individuellen Design.

King Controller – Bereit für den Controller-Adel?

Der King Controller wird einzig und allein bei seinen Gestaltungsmöglichkeiten seinem Adelstitel gerecht. Geht es ans Eingemachte, zeigen sich seine schwach vorhandenen Pro-Gaming-Eigenschaften. Die optionalen Paddles täuschen nicht darüber hinweg, dass sich die deutsche Controller-Manufaktur keine Gedanken gemacht hat, wie man das Leben internationaler Pro-Gamer erleichtert. Vielleicht hellt man die Stimmung der King Controller-Käufer mit den optionalen LED-Thumbsticks etwas auf. Wirkliche Substanz steckt in den Erweiterungen aber nicht. Eine Kaufempfehlung können wir also nur für Gamer aussprechen, die ihren Controller mehr als Status-Objekt sehen. Sobald er als Mittel zum Zweck oder gar als Gaming-Werkzeug betrachtet wird, verlieren die teuren optischen Upgrades ihren Wert. In Sachen Pro-Gaming ist der King Controller somit der Dienerschaft zuzuordnen. Wer sich für einen King Controller entscheiden möchte, schaut am besten mal auf der Seite des Hersteller nach.